Zentrale Sammelstellen, Mülltrennung und die Einbindung der Gastronomie sollen geprüft werden
Die Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion und der Stadtrat der FDP beantragen ein umfassendes Sauberkeits- und Müllvermeidungskonzept für den Happinger See, den Happinger Ausee und den Floriansee. Ziel ist es, die Vermüllung besonders während der stark frequentierten Sommermonate wirksam zu reduzieren und zugleich eine für die Stadt praktisch umsetzbare Lösung zu entwickeln. „Einfach immer mehr Mülleimer aufzustellen, löst das Problem nicht automatisch. Entscheidend ist, dass die Behälter an den richtigen Stellen stehen, gut erreichbar sind und gerade an heißen Wochenenden zuverlässig geleert werden können“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Jordan. Die Verwaltung soll zunächst untersuchen, welche Bereiche besonders stark von zurückgelassenem Müll betroffen sind und wo zentrale, für den Baubetriebshof gut erreichbare Sammelstellen eingerichtet werden könnten. Geprüft werden sollen dort auch Möglichkeiten zur Trennung von Restmüll, Verpackungen und Glas sowie Pfandringe und gesonderte Behälter für Zigarettenstummel. An schlecht erreichbaren Wegen können zusätzliche Abfallbehälter dagegen neue Probleme verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig geleert werden und selbst zu Müll-Hotspots werden. Daher soll auch geprüft werden, ob wenige gut platzierte Sammelstationen wirkungsvoller sind als viele einzelne Behälter. „Wir brauchen eine Lösung, die nicht nur auf dem Papier gut klingt, sondern auch im Alltag funktioniert. Sauberkeit, Mülltrennung, Leerung und Erreichbarkeit müssen zusammen gedacht werden“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ricarda Krüger. „Unsere Seen sind wertvolle Erholungsräume. Wer dort seine Freizeit verbringt, soll sich wohlfühlen – und selbstverständlich auch Verantwortung für den eigenen Müll übernehmen.“ Neben geeigneten Sammelstellen sieht der Antrag deshalb auch Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung vor. Denkbar sind eine deutlichere Beschilderung, Öffentlichkeitsarbeit, Hinweise auf den städtischen Mängelmelder oder eine Kampagne unter dem Motto „Nimm deinen Müll wieder mit heim“. Ergänzend sollen während der Hauptsaison verstärkte Reinigungs- und Kontrollrunden geprüft werden. Ein weiterer Bestandteil des Konzepts soll die Einbindung der am Happinger See und am Happinger Ausee ansässigen Gastronomiebetriebe sein. Dabei geht es unter anderem um Mehrwegangebote, Pfandsysteme, die Vermeidung unnötiger Einwegverpackungen und eigene Entsorgungsmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld der Betriebe. „Die Verantwortung für saubere Seen liegt weder allein bei der Stadt noch allein bei den Besucherinnen und Besuchern oder der Gastronomie. Sie kann nur gemeinsam getragen werden“, betont Krüger. „Unser Ziel ist eine saubere, umweltverträgliche und realistische Lösung, damit die Rosenheimer Seen auch künftig attraktive Erholungsorte für alle bleiben.“